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Trajectory statt Umweg: Laurents Hörr auf dem schnellsten Weg zum Hypercar
Manche Karrieren biegen ab, verlaufen sich, kommen nie an. Andere brauchen einfach ein bisschen länger für die perfekte Linie. Laurents Hörr, 28, aus Gerlingen, gehört zur zweiten Sorte – und 2026 könnte sein Jahr werden.
Vom Kart-Kid zum Ruhepol im Cockpit Zweifacher LMP3-Champion im Michelin Le Mans Cup, ELMS-LMP3-Titel 2021 – Hörr war nie der lauteste, aber schon immer der zuverlässigste im Auto. 2023 der Sprung in die LMP2 bei IDEC Sport, zwei Podien, solide. Dann zwei zähe Jahre bei DKR Engineering: 2024 ein Podium in Le Mans, 2025 vor allem Pech und Kleinteile. Kein Lebenslauf, der Werksverträge von selbst anspült.
Der Anruf, der alles kippte
November 2025, ein Rennwochenende, ein Gespräch mit IDEC-Boss Nico Minassian – und mittendrin klingelt bei Minassian das Telefon. Genesis. Wenige Wochen später sitzt Laurents im Gespräch mit Teamchef Cyril Abiteboul, danach ist der Deal fix: Startplatz im Genesis Magma Racing Trajectory Program. Manchmal muss man eben lange hart arbeiten, um plötzlich Glück zu haben.
Mentor mit Vollgas
2026 teilt sich Hörr den ORECA-LMP2 mit W-Series-Meisterin Jamie Chadwick und Nachwuchstalent Valerio Rinicella, 19. Und genau hier zeigt sich sein eigentlicher Trumpf: Er ist nicht nur schnell, er schweißt das Trio zusammen – gibt Chadwick Feinschliff im Prototypen, nimmt Rinicella an die Hand, wenn’s um Verkehr und Taktik geht. Wissen teilen statt horten, das zieht sich durch seine ganze Karriere. Beim Saisonauftakt in Le Castellet lieferte das Trio prompt ab: Hörr kämpfte sich in der Schlussphase bis auf Platz zwei vor, ehe ein Kontakt das Podium kostete. Am Ende Platz vier – zweite Top-Vier-Platzierung in Folge, Trend stimmt.
Klar ist: Eine Hypercar-Garantie gibt’s nicht. Aber die Tür steht weit offen. Endlich ein Plan Richtung Königsklasse.
Nordschleife, Kapitel abgehakt
Nebenbei stand für Hörr 2026 noch ein zweites großes Ding auf dem Programm: Nach seinem Permit im Vorjahr ging er bei den 24 Stunden Nürburgring an den Start – für Reiter Engineering im KTM X-Bow GTX, Startnummer 66, neben Miklas Born, Arne Hoffmeister und Marcel Marchewicz. Starke Quali, klassenbeste Zeit im Warm-up, zeitweise Kampf um P2 in der SPX-Klasse – bis ein Motorschaden in der Nacht dem Team einen Strich durch die Rechnung machte. Bitter, aber genau die Art Lehrgeld, aus der man beim nächsten Anlauf Kapital schlägt.
Ein Prototypen-Pilot mit Mentor-Gen, gleichzeitig GT-Kämpfer auf der Nordschleife – so breit ist im Feld kaum jemand aufgestellt. Genau diese Mischung aus Tempo, Teamgeist und Lernwille könnte Lauretns am Ende genau dahin bringen, wo er hin will: ins Hypercar. Wir drücken die Daumen!
Jürgen Preuss, infact.digital
Copyright: Genesis Magma Racing Trajectory
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