Die Kunst, Licht in Geschwindigkeit zu verwandeln

René, wenn man heute deinen Namen hört, denkt man sofort an ikonische Autofotografie. Aber das war ja ein Weg, der lange vor Neo Classics begonnen hat. Schon früh hast du angefangen, dich intensiv mit Licht auseinanderzusetzen – nicht einfach als Mittel zum Zweck, sondern als zentrales Gestaltungselement. Über Jahre hinweg hast du ein eigenes Lichtsystem entwickelt, das dir erlaubt, Fahrzeuge präzise zu modellieren und ihre Formen bewusst herauszuarbeiten. Diese Herangehensweise hat deine Bildsprache geprägt und dich international bekannt gemacht – und genau dieses Verständnis von Licht findet sich natürlich auch in diesem Buch wieder.

Jürgen Preuß: René, ich sag’s dir direkt: Dieses Buch ist kein normales Fotobuch. Man schlägt es auf – und wird sofort reingezogen. Und das liegt für mich vor allem an deinem Licht. Das ist nicht Fotografie, das ist Inszenierung.

René Staud: Das freut mich total, dass du das so wahrnimmst. Für mich war Licht immer das Entscheidende. Technik, Kamera – alles wichtig, klar. Aber das Licht formt das Auto. Es zeigt die Linien, die Spannung, die Seele.

Jürgen: Genau das meine ich. Deine Bilder wirken nicht wie „abgelichtet“. Die sehen aus, als ob du die Autos Stück für Stück aus dem Dunkel herausarbeitest.

René: Ja, das ist tatsächlich der Ansatz. Ich wollte weg von zufälligen Reflexionen oder klassischer Studiofotografie. Ich wollte Kontrolle. Und daraus hat sich über die Jahre mein eigenes System entwickelt.

Jürgen: Und das merkt man. Gerade bei diesen Hypercars im Buch – die stehen da wie Skulpturen. Fast schon surreal, aber trotzdem total greifbar.

René: Weil das Licht die Form erzählt. Diese Autos sind ja extrem durchdesignt. Wenn du das falsch beleuchtest, verlierst du alles. Wenn du es richtig machst, passiert genau das Gegenteil.

Jürgen: Dann entsteht plötzlich Ruhe. Und das finde ich spannend: Obwohl das alles Hoch­leistungsmaschinen sind, wirken viele deiner Bilder fast meditativ.

 

Hier geht es nie nur um Technik oder Perfektion im Detail – sondern um dieses schwer greifbare Gefühl, wenn ein Auto plötzlich mehr erzählt als seine Spezifikation.

René: Das ist ein schönes Wort dafür. Ich wollte nie dieses laute „Supercar-Poster“-Gefühl. Lieber Spannung durch Reduktion.

Jürgen: Und das funktioniert sehr gut. Man bleibt hängen. Ich hab mich mehrfach dabei erwischt, dass ich einfach minutenlang auf eine Seite starre.

René: (lacht) Das ist das beste Feedback überhaupt.

Jürgen: Was ich auch stark finde: Du nennst sie „Neo Classics“. Also Autos, die heute schon Klassiker sind. Und durch dein Licht bekommen die nochmal eine ganz andere Zeitlosigkeit.

René: Genau das war die Idee. Diese Fahrzeuge sind nicht nur schnell oder selten – sie haben Charakter. Und ich wollte sie so zeigen, dass sie auch in 20, 30 Jahren noch genauso wirken.

Jürgen: Weißt du, was hängen von dem Buch bleibt? Nicht nur die Autos. Sondern dein besonderer Blick darauf.

René: Das bedeutet mir viel.

Jürgen: Mein Fazit ist ganz einfach: Neo Classics nicht nur ein Buch über Autos. Es ist ein Buch über Licht, Form und Perfektion. Ich danke dir für das Gespräch!

René: Gerne wieder!

Rene Staud

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich dieses besondere Werk nach Hause zu holen: Es gibt die Möglichkeit, ein von René Staud signiertes Exemplar von Neo Classics zu erwerben. Für sich selbst oder als Geschenk für einen Autofan. Den hat sicher jeder in der Familie. 

renestaudgallery.com

Copyright: René Staud

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